Halloween rückt näher, Dein Kind möchte sich verkleiden – und im Laden hängen Kostüme, die nach einem Abend schon wieder zu klein sein können. Die gute Nachricht: Ein originelles Halloween-Kostüm für Kinder entsteht oft aus Kleidern, die bereits im Schrank liegen oder günstig secondhand zu finden sind. Mit einer klaren Idee, zwei passenden Details und einem kurzen Sicherheitscheck wird aus Alltagskleidung schnell eine Verkleidung, in der sich Dein Kind gut bewegen kann.
Erst die Rolle wählen, dann im Schrank suchen
Beginnt nicht mit einer langen Einkaufsliste, sondern mit einer einfachen Frage: «Was möchtest Du sein?» Danach schaut Ihr gemeinsam, welche Farben und Kleidungsstücke dazu passen. Ein schwarzer Pullover kann zur Fledermaus, Katze oder zum Zauberer gehören. Ein weisses Hemd wird mit wenigen Ergänzungen zum Gespenst oder kleinen Forscher. Eine Weste, ein Schal oder ein alter Hut verändert ein Outfit oft stärker als ein komplettes Kostümset.
Praktischer Trick: Legt drei mögliche Grundoutfits aufs Bett und lasst Dein Kind eines auswählen. So bleibt die Entscheidung übersichtlich – und Ihr seht sofort, was wirklich noch fehlt.
6 einfache Secondhand-Ideen für Halloween
1. Fledermaus aus schwarzen Basics
Schwarze Leggings oder Hosen, ein dunkler Pullover und eine leichte Stoffbahn als kurze Flügel reichen bereits. Befestige die Flügel so, dass sie nicht über die Hände oder bis zum Boden hängen. Kleine Ohren aus Filz an einem Haarreif machen die Idee erkennbar, ohne das Gesicht zu verdecken.
2. Katze oder Tiger mit Lieblingskleidern
Ein einfarbiges Oberteil und eine passende Hose bilden die Basis. Ohren aus Karton oder Filz, ein kurzer Stoffschwanz und aufgemalte Schnurrhaare genügen. Das ist besonders praktisch für Kinder, die sich in steifen Kostümen unwohl fühlen.
3. Hexe oder Zauberer im Zwiebellook
Ein dunkles Kleid, eine Strickjacke oder ein weiter Pullover lassen sich gut übereinander tragen. Ergänzt werden sie mit einem Hut, einem kleinen Zauberstab aus Karton und vielleicht einem farbigen Schal. Wenn Ihr draussen unterwegs seid, passt darunter eine warme Schicht – ohne dass die Verkleidung verloren geht.
4. Detektivin oder Detektiv
Hemd, Gilet, Stoffhose, Mütze und eine Spielzeuglupe: Mehr braucht es kaum. In die Jackentasche kommt ein kleiner Notizblock für «geheime Spuren». Diese Verkleidung funktioniert auch nach Halloween noch beim Rollenspiel.
5. Gespenst ohne Stolperfalle
Statt eines langen Leintuchs eignet sich ein weisses, etwas zu grosses T-Shirt über einer hellen Hose. Ein freundliches oder gruseliges Gesicht kann auf ein Stück Stoff gemalt und vorne aufgenäht oder mit Textilkleber befestigt werden. Das Gesicht Deines Kindes bleibt frei und der Stoff endet deutlich über dem Boden.
6. Roboter aus Grau und Silber
Graue Trainerhosen, ein Sweatshirt und ein ausgedienter Karton als Brustschild ergeben einen unkomplizierten Roboter. Verwendet nur einen kleinen, leichten Karton, der die Arme frei lässt und sich schnell ausziehen lässt. Aufgeklebte Kreise, Knöpfe und Linien machen daraus ein Bedienfeld.
Secondhand kaufen: Diese Punkte kurz prüfen
Bei Kinderkostümen ist die Grösse allein nicht entscheidend. Dein Kind sollte darin sitzen, Treppen steigen, die Arme heben und eine Jacke darunter tragen können. Prüfe vor dem Kauf:
- Enden Rock, Umhang und Ärmel so, dass nichts am Boden schleift?
- Sitzen Knöpfe, Druckknöpfe und Verzierungen fest?
- Ist die Sicht frei und kann Dein Kind gut hören?
- Sind Schuhe rutschfest und für den Weg geeignet?
- Lässt sich das Kostüm gemäss Pflegeetikett reinigen?
- Passt eine warme Schicht darunter, falls Ihr draussen seid?
Notiere am besten Brustweite, Hosenlänge und Körpergrösse, bevor Du online suchst. So kannst Du ein Secondhand-Angebot besser einschätzen. Aktuelle Kinderkleider und Zubehör findest Du in den BaKiBo-Inseraten; Läden und Termine in Deiner Nähe stehen im Schweizer Börsenverzeichnis.
Sicherheit gehört zum Kostümcheck
Halloween-Dekorationen, Laternen und offene Flammen gehören leider oft zusammen. Die Schweizer Beratungsstelle für Brandverhütung rät bei Verkleidungen von leicht entflammbaren Materialien ab. Besonders synthetische Stoffe können schnell Feuer fangen, schmelzen und brennend abtropfen. Halte Kostüme deshalb von Kerzen, Fackeln und Feuerstellen fern.
Die BFU empfiehlt, brennende Kerzen immer zu beaufsichtigen und mindestens 30 Zentimeter Abstand zu brennbaren Gegenständen zu halten. Für Kürbislaternen sind LED-Lichter im Familienalltag die einfachere Wahl.
Geht Ihr am Abend von Haus zu Haus, ergänzt dunkle Verkleidungen mit reflektierenden Details oder einem Licht. Mehr dazu findest Du im BaKiBo-Beitrag «Kinder im Dunkeln sichtbar machen».
Warum sich Secondhand gerade bei Kostümen lohnt
Viele Verkleidungen werden nur wenige Stunden getragen. Gebrauchte Kleider weiterzugeben oder umzunutzen verlängert ihre Lebensdauer. Das Bundesamt für Umwelt nennt Secondhand-Angebote, Reparatur und Umarbeitung ausdrücklich als Möglichkeiten, Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfälle zu reduzieren. Gleichzeitig sparst Du Geld und findest oft Einzelstücke, die nicht jedes zweite Kind trägt.
Was nach Halloween noch gut erhalten ist, kann wieder verkauft, getauscht oder fürs nächste Rollenspiel aufbewahrt werden. Beim Aussortieren hilft auch unser Secondhand-Check für Kinderkleider im Herbst.
Der 20-Minuten-Plan für Euer Kostüm
- 5 Minuten: Rolle wählen und zwei passende Farben festlegen.
- 5 Minuten: Kleiderschrank und Verkleidungskiste durchsuchen.
- 5 Minuten: Fehlende Teile notieren und secondhand suchen.
- 5 Minuten: Kostüm anprobieren, bewegen, Sicht und Stolperstellen prüfen.
Das Ziel ist nicht die perfekte Verkleidung. Wenn Dein Kind seine Idee erkennt, sich wohlfühlt und sicher bewegen kann, ist das Kostüm fertig. Und manchmal wird gerade der selbst zusammengestellte Roboter oder die Katze aus Lieblingskleidern zum Outfit, das nach Halloween noch wochenlang durchs Wohnzimmer streift.
Beitragsbild: David Trinks / Unsplash. Verwendet unter der Unsplash-Lizenz.

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