Spielzeug aussortieren mit Kindern: entspannt Platz vor dem Advent schaffen

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bakibo 23. October 2026 5 min read

Vor dem Advent wächst bei vielen Familien nicht nur die Vorfreude, sondern auch der Spielzeugberg. Vielleicht liegen Bausteine in drei Zimmern, ein Puzzle wartet seit Monaten auf sein letztes Teil und in der Kiste ganz unten schlummern Spielsachen, die längst nicht mehr zum Alter passen. Spielzeug aussortieren mit Kindern muss aber weder in einen Grossputz noch in Streit ausarten. Mit kleinen Etappen, klaren Kategorien und echten Wahlmöglichkeiten wird daraus ein überschaubares Familienprojekt.

Das Ziel ist nicht das perfekte Kinderzimmer. Es geht darum, wieder Platz für das zu schaffen, womit dein Kind tatsächlich spielt – und gut erhaltenen Dingen eine sinnvolle nächste Runde zu ermöglichen.

Klein anfangen statt das ganze Kinderzimmer leeren

Wenn alle Kisten gleichzeitig auf dem Boden landen, ist die Motivation oft schneller weg als das Chaos. Nimm deshalb nur eine überschaubare Kategorie: zum Beispiel Fahrzeuge, Stofftiere, Bilderbücher oder eine einzelne Schublade. Für den Anfang reichen 20 bis 30 Minuten. Danach gibt es eine Pause, einen Zvieri oder ihr macht an einem anderen Tag weiter.

Gerade kleine Kinder haben noch kein erwachsenes Verständnis von Ordnung. Pro Juventute empfiehlt, beim Aufräumen gemeinsam anzupacken und daraus ein wiederkehrendes Ritual oder ein kleines Spiel zu machen. Das passt auch beim Aussortieren: «Findest du alle Tiere, die noch in diese Kiste gehören?» funktioniert meist besser als ein allgemeines «Räum jetzt auf».

Fünf Kategorien machen Entscheidungen leichter

Stellt fünf Taschen, Körbe oder Schachteln bereit und beschriftet sie gemeinsam. So bekommt jedes Teil einen klaren nächsten Schritt:

  • Behalten: Das Spielzeug wird gern und regelmässig genutzt.
  • Pause: Bei einem unsicheren «Vielleicht» kommt es für vier Wochen in eine geschlossene Kiste. Schreibt das Datum darauf. Wird in dieser Zeit nichts vermisst, könnt ihr nochmals entscheiden.
  • Reparieren oder ergänzen: Hier landen Dinge, die mit einem kleinen Handgriff wieder vollständig werden. Setzt euch dafür einen konkreten Termin, damit die Kiste nicht zum Dauerparkplatz wird.
  • Weitergeben: Saubere, vollständige und sichere Spielsachen können verkauft, getauscht oder verschenkt werden.
  • Entsorgen: Kaputte oder sicherheitsrelevante beschädigte Dinge gehören nicht in Kinderhände und sollten nicht weitergegeben werden.

Dein Kind darf wirklich mitentscheiden

Auch wenn du längst weisst, dass die Babyrassel nicht mehr gebraucht wird: Für dein Kind kann sie mit einer Erinnerung verbunden sein. Heimliches Wegnehmen schafft schnell Misstrauen. Besser sind konkrete Fragen:

  • Welche fünf Spielsachen würdest du sofort in die Ferien mitnehmen?
  • Womit hast du in den letzten Wochen wirklich gespielt?
  • Was passt nicht mehr zu dir, könnte aber einem kleineren Kind Freude machen?
  • Gibt es ein besonderes Erinnerungsstück, das bleiben soll?

Du gibst den Rahmen vor – etwa den Platz in einem Regal –, dein Kind entscheidet innerhalb dieses Rahmens mit. Bei jüngeren Kindern reichen zwei Wahlmöglichkeiten: «Möchtest du das Puzzle behalten oder weitergeben?» Bei Lieblingsstücken und Erinnerungen darf die Antwort auch einfach «behalten» sein.

Vor dem Weitergeben: ein kurzer Sicherheitscheck

Secondhand-Spielzeug ist eine gute Sache, wenn es sauber, vollständig und sicher ist. Prüfe jedes Teil bei gutem Licht:

  • Sind kleine Teile locker, Kanten scharf oder Schnüre beschädigt?
  • Schliesst das Batteriefach zuverlässig und sind keine Batterien ausgelaufen?
  • Sind alle wesentlichen Teile sowie vorhandene Warn- und Altersangaben dabei?
  • Lässt sich das Spielzeug gemäss Material und Herstellerangaben reinigen?
  • Funktionieren Bremsen, Verschlüsse und andere bewegliche Teile?

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erklärt die Schweizer Anforderungen an Sicherheit, Kennzeichnung und Warnhinweise bei Spielzeug. Bevor du ein älteres Produkt weitergibst, lohnt sich ausserdem eine Suche bei RecallSwiss über die Rückrufseite des BLV. Ein zurückgerufenes oder beschädigtes Spielzeug gehört nicht in den Verkauf.

Verkaufen, tauschen oder verschenken?

Für gefragte Marken, vollständige Baukästen, Fahrzeuge oder gut erhaltene Lernspiele kann sich ein Verkauf lohnen. Fotografiere das Spielzeug bei Tageslicht, zeige Zubehör und nenne Alter, Zustand sowie kleine Mängel ehrlich. Auf BaKiBo kannst du die aktuellen Inserate für gebrauchte Kinderartikel ansehen; zusätzliche Hinweise findest du im Beitrag «Erfolgreich online verkaufen».

Für eine persönliche Übergabe sind Kinderkleider- und Spielzeugbörsen praktisch. Im BaKiBo-Verzeichnis für Börsen und Läden kannst du nach passenden Angeboten in deiner Region suchen. Ein Beispiel für Spiel- und Sportwaren ist die Börse SAH in Schaffhausen. Als tatsächlich bevorstehender Termin ist die Babyartikelbörse Dübendorf am 21. November 2026 eingetragen. Prüfe vor einer Abgabe immer die aktuellen Annahmebedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Dinge mit geringem Verkaufswert können in einer beschrifteten Geschenkbox im Freundeskreis, in der Nachbarschaft oder bei einer passenden lokalen Organisation weiterziehen. Wichtig ist, dass die Annahmestelle das Material wirklich benötigt – unangekündigte Säcke schaffen sonst nur Arbeit.

Warum Weitergeben mehr ist als Platz schaffen

Wird ein gutes Spielzeug weiter genutzt, muss nicht sofort etwas Neues gekauft werden. Das entspricht dem Grundgedanken der Kreislaufwirtschaft: Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) beschreibt, dass Produkte und Materialien möglichst lange im Umlauf bleiben sollen. Dadurch werden weniger Primärrohstoffe verbraucht und es fällt weniger Abfall an.

Für Kinder wird dieser Gedanke greifbar, wenn sie sehen, wohin die Sachen gehen. Vielleicht darf dein Kind beim Fotografieren helfen, eine Karte für die nächste Familie malen oder bei der Übergabe dabei sein. So fühlt sich Aussortieren weniger wie Verlust und mehr wie Weitergeben an.

Euer 30-Minuten-Plan fürs erste Mal

  1. 5 Minuten: Eine einzige Spielzeugkategorie auswählen und fünf Behälter bereitstellen.
  2. 10 Minuten: Gemeinsam in «behalten», «Pause», «reparieren», «weitergeben» und «entsorgen» sortieren.
  3. 5 Minuten: Die Weitergeben-Sachen auf Vollständigkeit, Funktion und mögliche Rückrufe prüfen.
  4. 5 Minuten: Verkaufssachen fotografieren oder die Abgabebox anschreiben.
  5. 5 Minuten: Behaltenes zurückräumen und zusammen entscheiden, wann die nächste kleine Runde stattfindet.

Eine gefüllte Weitergeben-Kiste ist bereits ein Erfolg. Du musst nicht an einem Nachmittag das ganze Kinderzimmer verändern. Wenn jede Woche nur eine Schublade oder Spielzeugart dran ist, entsteht bis zum Advent Schritt für Schritt mehr Übersicht – ohne dass das Familienwochenende zum Aufräummarathon wird.

Bild: Mick Haupt / Unsplash-Lizenz.

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