Der Schulthek liegt in der Ecke, das Etui ist verschwunden und auf die Frage nach den Hausaufgaben kommt ein langes «Späääter!». Kommt Dir bekannt vor? Zwischen Zvieri, Wäsche und Abendessen wird aus einem Arbeitsblatt schnell ein Familienthema. Ein guter Anlass, gemeinsam auszuprobieren, was den Nachmittag leichter macht.
Ein Ablauf, der zu Deinem Kind passt
Manche Kinder möchten ihre Aufgaben gleich erledigen, andere brauchen nach der Schule zuerst eine Pause. Vereinbart gemeinsam einen passenden Startzeitpunkt. Ein möglichst ruhiger Arbeitsplatz und kurze Arbeitsabschnitte mit Pausen können helfen. Dafür braucht es keinen perfekt eingerichteten Schreibtisch: Auch am Küchentisch kann das Lernen gut funktionieren, wenn Ablenkungen weggeräumt sind.
Eine Idee zum Ausprobieren: Zeichnet auf eine Karte drei Symbole: einen Apfel für das Zvieri, einen Stift für die Aufgaben und einen Ball für die freie Zeit. Dein Kind kann die Karte selbst gestalten und neben sein Etui legen. Die Reihenfolge besprecht Ihr zusammen.
Helfen, ohne den Stift zu übernehmen
Bleib ansprechbar, aber lass Dein Kind möglichst selbst arbeiten. Wenn es nicht weiterkommt, schaut Euch die Aufgabenstellung gemeinsam an. Anerkennung für Ausdauer ist hilfreicher als der Anspruch, dass alles fehlerfrei sein muss.
Diese Fragen könnt Ihr ausprobieren:
- «Was sollst Du hier herausfinden?»
- «Welche Aufgabe möchtest Du zuerst versuchen?»
- «Bis zu welcher Stelle kommst Du allein?»
Statt «Das ist doch ganz einfach!» passt vielleicht: «Zeig mir, wo Du gerade feststeckst.» Damit beginnt ein Gespräch, ohne dass Du schon die Lösung vorwegnehmen musst.
Wenn die Aufgaben regelmässig zu viel werden
Dauern Hausaufgaben ständig sehr lange oder führen sie häufig zu Tränen und Streit, sprich mit der Lehrperson. Klärt, welcher Zeitrahmen vorgesehen ist und welche Unterstützung möglich wäre. Eine für alle Kinder und Schulen verbindliche Minutenzahl gibt es nicht.
Für das Gespräch kannst Du ein paar Tage notieren: Welche Aufgabe war schwierig? Wie lange hat Dein Kind daran gearbeitet? Wobei brauchte es Hilfe? So könnt Ihr über konkrete Situationen sprechen.
Diese Hinweise orientieren sich am Elternratgeber «Hausaufgaben: Tipps für Eltern» von Pro Juventute. Die Beispiele und die folgende Checkliste sind eigene Anregungen von BaKiBo.
Euer kleiner Versuch für diese Woche
Sucht Euch zunächst eine Veränderung aus und schaut am Freitag gemeinsam zurück:
- Haben wir einen Startzeitpunkt gefunden, der im Alltag funktioniert?
- Liegt das benötigte Material bereit?
- Was möchte mein Kind nächste Woche anders machen?
Und nach dem Einpacken darf die Schule auch einmal Pause haben. Wenn Ihr beim Znacht über etwas anderes als Aufgaben sprechen möchtet, findet Ihr hier 20 Fragen an Dein Kind statt «Na, wie war Dein Tag?».
Beitragsbild: Jess Bailey / Unsplash. Verwendet unter der Unsplash-Lizenz.

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